Eine kurze Geschichte wie es zum Teddybärkrankenhaus Rosenheim kam und wer dahinter steckt…

Ursprünglich stammt die Idee aus dem skandinavischen Raum. Die Hauptintention ist, den Kindern die Angst vor dem Arzt zu nehmen, indem diese ihre „kranken“ Kuscheltiere beim Krankenhausbesuch begleiten und auch selbst mithelfen können. Durch diesen Perspektivenwechsel von Patient zu behandelndem Arzt lernen die Kinder verschiedene Instrumente und Abläufe ähnlich wie bei einem echten Arzt- oder Krankenhausbesuch kennen.

Franz Langstein und Nico Hanny

Normalerweise gibt es Teddybärkrankenhäuser nur in Städten mit medizinischer Universität, aber beim Teddybärkrankenhaus Rosenheim ist dies anders. Nachdem Nico Hanny (Medizinstudent FAU Erlangen-Nürnberg) beim Teddybärkrankenhaus in Erlangen mitgemacht und einen Einblick in das Projekt bekommen hatte, war für ihn klar, das muss es auch in seiner Heimatstadt Rosenheim geben. Er erinnerte sich an seinen Bundesfreiwilligendienst bei der Jugend- und Familienhilfe Starklar Rosenheim (nun Startklar Soziale Arbeit Oberbayern). Dort hatte er mitbekommen, wie wichtig es ist, den Kindern frühzeitig etwas über gesunde Ernährung, Sport und Gesundheit mitzugeben. Startklar machte dies mit dem Projekt Pumperlgsund, welches von der Sparkassenstiftung Zukunft für die Stadt Rosenheim gefördert wurde. Leider haben viele Kinder und auch Eltern einen negativen Bezug zu diesen Themen und da würde das Teddybärkrankenhaus eine perfekte Anlaufstelle sein um dem entgegen zu wirken.

Nachdem das Projekt der Jugendhilfe vorgestellt wurde, fing man zusammen mit Franz Langstein (Dipl. Sozialpädagoge, ehem. Bereichsleitung Rosenheim) an über eine Realisiersung vor Ort nachzudenken und hatte damit einen Kooperationspartner für die Umsetzung gefunden. Nico entwickelte daraufhin das Logo, die Website und baute ein MRT zusammen mit seinem Vater und Thomas Unterlinner, mit dem er Bewegungssensoren anbrachte und ein LED-Steuerungsprogramm entwarf. Bei der ersten Durchführung kamen noch viele der behandelnden Teddydocs aus Erlangen und waren zu Hause bei Familie Hanny untergebracht. Aber da das Projekt immer bekannter im Raum Rosenheim wird, melden sich auch zunehmend neue Ehrenamtliche aus der näheren Umgebung.

1.Teddybärkrankenhaus Rosenheim im ESV Gebäude 2017

Das Teddybärkrankenhaus Rosenheim hatte von 14. bis 16. März 2017 im ESV Gebäude in der Hochfellnstraße 21, 83026 Rosenheim, das erste Mal geöffnet. Die medizinische Ausstattung wurde von der RoMed Klinik Bad Aibling bereitgestellt. Das THW (Technisches Hilfswerk) und die Wäscherei Kilian aus Bruckmühl unterstützen das Projekt mit weiteren Leihgaben wie Bauzäune und Bettlaken für die Abtrennungen in der Turnhalle. Außerdem war das BRK (Bayerische Rote Kreuz) mit einem Rettungswagen vor Ort. Insgesamt durften wir über 270 Kinder begrüßen und es stecken bereits bei der ersten Durchführung etwa 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in dem Projekt. Mitgeholfen haben dabei 30 ehrenamtliche Teddydocs, welche teilweise extra dafür angereist und bei Familie Hanny zu Hause versorgt und untergebracht wurden. Das Interesse der Leute zeigte sich auch an den rund 6000 Besuchern der Website und über 4500 erreichten Leuten mit unserem Aftermovie, dem Video nach der Durchführung auf unserer Facebookseite. Außerdem durften wir unter anderem auf die Titelseite des Oberbayerischen Volksblattes, waren auf Radio Charivari zu hören und im Regionalfernsehen Oberbayern und Bayerischen Rundfunk im Fernsehen zu sehen. Download: Artikel OVB und Artikel WestseitStories

2. Teddybärkrankenhaus im Stadtjugendring Rosenheim 2018

Von Dienstag 10. April bis Samstag 14. April 2018 besuchten uns in den Räumlichkeiten des Stadtjugenrings Rosenheim, Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim insgesamt 550 Kinder. Wir konnten Dank HEINE Optotechnik unsere 50 ehrenamtlichen Teddydocs mit echten Otoskopen, Dermatoskopen und Stethoskopen ausstatten und uns mit den neuen Räumlichkeiten des Stadtjugenrings Rosenheim vergrößern, es gab nun erstmals 3 OPs. Zusätzlich hatten wir beschlossen eine Zahnarztstation einzurichten, in welcher die Kinder mit der KAI-Methode lernen, ihre Zähne richtig zu putzen. Damit dies zu Hause entsprechend umgesetzt werden kann, unterstützte uns die LAGZ (Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit Bayern e.V.) mit Zahnputzuhren und weiteren Kleinigkeiten für die Apothekentaschen. Für unseren OP-Saal bekamen wir Tablets von Media Markt Rosenheim geliehen, welche unsere EKG-Monitore darstellten. Die OP-Ausstattung kam von den RoMed Kliniken und auch das Technische Hilfswerk, die Wäscherei Kilian und das BRK waren wieder dabei. Außerdem wurden unsere ehrenamtlichen Teddydocs von Franz Stettner & Sohn mit Getränken versorgt. Als besonderes Highlight hatten wir eine Eisbärengeburt im Zuge eines Kindergeburstages. Zum Videobeitrag von RFO Download: Artikel WestseitStories

 

3. Teddbärkrankenhaus in der RoMed Klinik Bad Aibling 2018

Am Freitag den 12. und Samstag den 13. Oktober 2018 hatten wir die phantastische Möglichkeit, das Teddybärkrankenhaus in der RoMed Klinik Bad Aibling, Harthauser Straße 16, 83043 Bad Aibling, zu öffnen. Dieses Mal in echter Krankenhausatmosphäre in zwei verschiedenen Räumen, welche über einen Krankenhausgang in Verbindung stehen. Wir wurden von Mitarbeitern der RoMed Klinik unterstützt und waren insgesamt 24 Teddydocs. Eines der überraschenden Highlights für die Kinder war dann zum Beispiel ein Schalter, mit dem man die großen schweren Türen, welche in den Gängen hängen, einfach öffnen konnte. Insgesamt besuchten uns in Bad Aibling 200 Kinder mit ihren kleinen Patienten und damit haben wir das 1000. Kind mit dem Projekt erreicht. Außerdem hatten wir wieder eine neue Station mit „Erste Hilfe am Kind & Säugling“ von www.richtig-helfen.com. Dort konnten Eltern Herz-Lungen-Wiederbelebungen oder stabile Seitenlagen üben und die Kinder damit möglichst selbstständig die einzelnen Stationen durchlaufen. Die echten medizinischen Untersuchungsgeräte waren wieder von HEINE Optotechnik gestellt auch das BRK Bad Aibling führte ihren Rettungswagen vor. Im zahnärztlichen Bereich wurden wir wieder von der LAGZ unterstützt und Media Markt Rosenheim hatte uns wieder Tablets für unsere EKG-Monitore geliehen.

4. Teddybärkrankenhaus in der RoMed Klinik Wasserburg am Inn 2019

Nachdem wir bereits mit der RoMed Klinik Bad Aibling zusammengearbeitet hatten und es super klappte, entschieden wir uns nach Anfrage, das Teddybärkrankenhaus auch in der RoMed Klinik Wasserburg am Inn, Krankenhausstraße 2, 83512 Wasserburg am Inn zu öffnen. Dieses Mal von Freitag den 15. bis Samstag den 16. März 2019. Wir wurden von Schülern und Mitarbeitern der RoMed Klinik unterstützt und hatten eigentlich mit etwa 200 Kinder, maximal 250 Kindern, geplant. Durch die vielen Vorankündigungen & Spendenaufruf bei Radio Charivari und Zeitungen wie Blickpunkt Rosenheim oder auch online bei der Wasserburger Stimme sind es dann 320 Kinder geworden. Dieser große Kinderzahl konnten wir jedoch mit unseren 35 Teddydocs und dem, vom Teddybärkrankenhaus Erlangen geliehenen, Organteddy Bruno gerecht werden. Auch ein Krankenwagen war wieder vor Ort, dieses Mal von den Johannitern und ebenso Michaela & Doris von Erste Hilfe am Kind & Säugling. Die echten medizinischen Untersuchungsgeräte kamen wieder von HEINE Optotechnik. Die LAGZ unterstützte uns mit Zahnbürsten, Zahnpasten und vielen weiteren Artikeln für unsere Apothekentaschen. Die EKG-Monitore konnten wir mit Hilfe von Media Markt Rosenheim wieder in unserem OP benutzen und Franz Stettner & Sohn versorgte unsere Ehrenamtlichen mit Getränken. zu den Bildern

Teddybärkrankenhaus Rosenheim auf der Autismus Messe 2019

Es war eine neue und extrem schöne Erfahrung für uns! Bereits das erste Kind, das ins Teddybärkrankenhaus kam hat bei mir, Nico Hanny Initiator des Teddybärkrankenhauses Rosenheim, einen bleibenden extrem positiven Eindruck hinterlassen. Nach der Aufnahme und den ersten Untersuchungen wie Herz abhören, Blut abnehmen, oder Impfen an „Hello Kitty“ merkte man hier ist etwas anders, aber schön anders. Teddydoc Lea wurde immer wieder von dem Kind verbessert, man müsse doch mit der Beatmungsmaske ins MRT, nicht ohne, bei mir sei das auch so gewesen! Und auch der auf dem MRT-Bild gefundene Euro war ein Euro und keine andere Münze. Wir mussten dann schnell einen echten Euro auftreiben, den Teddydoc Magda zum Glück dabei hatte. Denn diesen Euro operieren wir zusammen in unserem Op wieder heraus. Das Kind hatte dann die anderen Stationen entdeckt, zuerst das Röntgen, und wieder war ein Euro zu sehen, es hieß also wieder ab in den Op aber zuerst richtig einkleiden, damit auch alles steril bleibt! Danach ging es zur Apotheke, Zahnputzstation und zuletzt unserer Organstation bei der Kinder die gehäckelten Organe kennenlernen können. Das Highlight für das Kind war dann, Hello Kitty behalten zu dürfen und ein Stethoskop zur Nachuntersuchung mit nach Hause zu bekommen.
 
Am Abend gab es dann eine von Klaus Stöttner organisierte Podiumsdiskussion u.a. mit Bayerns Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales Kerstin Schreyer zum Thema Autismus und der selbstbetroffenen Birke Opitz-Kittel, ein echt besonders toller Mensch.
 
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Nadine Norén, Katrin Hennig, Stefan Kumberger von Autismus Rosenheim e.V. für die Einladung und den unvergesslichen Nachmittag. Und natürlich bei Startklar Soziale Arbeit, der Sparkassenstiftung Zukunft für die Stadt Rosenheim, HEINE Optotechnik, der LAGZ und allen Anderen die unser Projekt unterstützen!

zu den Bildern

Das nächste Teddybärkrankenhaus findet am 3. und 4. Oktober 2019 in Rosenheim statt.

Projektleitung

Nico Hanny

Medizinstudent
FAU Erlangen-Nürnberg
Wohnort:
Schechen bei Rosenheim
 info@nico-hanny.com